Omas Wespennester sind ein altes Plätzchenrezept, das nach gerösteten Nüssen, Butter und feiner Vanille duftet. Der Name klingt zunächst etwas ungewöhnlich. Gemeint sind aber keine echten Nester, sondern kleine, unregelmäßig geformte Häufchen aus einem lockeren Nussmürbeteig. Außen werden sie leicht knusprig, innen bleiben sie zart. Genau diese Mischung macht das Gebäck so beliebt.
Früher wurde der Teig oft mit einfachen Zutaten zubereitet, die in fast jeder Küche vorhanden waren. Eine Küchenmaschine brauchte Oma nicht. Sie rührte die Butter mit einem Holzlöffel cremig und formte die Wespennester mit zwei Teelöffeln. Dadurch sah jedes Stück ein wenig anders aus. Das gehört bei diesem Rezept ausdrücklich dazu. Perfekte Gleichförmigkeit ist nicht nötig.
Die Zutaten für etwa 35 Wespennester
Für das Grundrezept eignen sich gemahlene Haselnüsse besonders gut. Mandeln schmecken milder und machen die Plätzchen etwas heller. Wer mag, kann beide Sorten mischen. Wichtig ist nur, dass die Nüsse frisch riechen und nicht ranzig schmecken.
- 200 g weiche Butter
- 120 g feiner Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker oder ein Teelöffel Vanillepaste
- 1 Ei Größe M
- 250 g Weizenmehl
- 150 g gemahlene Haselnüsse oder Mandeln
- 1 Teelöffel Backpulver
- 1 Prise Salz
- etwas abgeriebene Zitronenschale nach Geschmack
- etwa 35 ganze Haselnüsse zum Verzieren
Die Butter sollte wirklich weich sein, aber nicht flüssig. Das ist ein kleiner, aber wichtiger Unterschied. Flüssige Butter macht den Teig schmierig und die Wespennester laufen beim Backen auseinander. Am besten legen Sie die Butter eine Stunde vorher aus dem Kühlschrank. Das Ei darf ebenfalls nicht eiskalt sein.
So gelingt der Teig nach alter Art
Geben Sie die weiche Butter in eine große Schüssel. Rühren Sie Zucker, Vanillezucker und Salz darunter, bis die Masse hell und cremig aussieht. Danach kommt das Ei hinzu. Rühren Sie nur so lange, bis es vollständig eingearbeitet ist. Ein wenig Zitronenschale sorgt für Frische und passt sehr gut zu den gerösteten Nüssen.
Mischen Sie nun Mehl, Backpulver und gemahlene Nüsse in einer zweiten Schüssel. Geben Sie die trockene Mischung portionsweise zur Buttermasse. Kneten Sie den Teig nur kurz mit den Händen. Sobald keine trockenen Stellen mehr zu sehen sind, ist er fertig. Zu langes Kneten macht die Plätzchen fest. Bei einem guten Wespennesterteig darf die Oberfläche ruhig etwas unregelmäßig bleiben.
Formen Sie den Teig zu einer flachen Kugel und wickeln Sie ihn in Frischhaltefolie. Danach muss er mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank. Noch besser sind 60 Minuten. Durch die Kühlzeit wird die Butter wieder fest. So behalten die Wespennester ihre Form und bekommen später schöne, leicht knusprige Ränder.
Wer gezielt nach omas wespennester rezept sucht, meint meist genau diese einfache Variante mit Nüssen, Butter und kleinen Teighäufchen. Sie braucht keine komplizierte Füllung und lässt sich auch in einer kleinen Küche ohne besondere Geräte backen.
Wespennester formen und backen
Heizen Sie den Backofen auf 175 Grad Ober- und Unterhitze vor. Zwei Backbleche werden mit Backpapier ausgelegt. Nehmen Sie den gekühlten Teig portionsweise aus dem Kühlschrank. So bleibt der Rest fest und lässt sich besser verarbeiten.
- Stechen Sie mit zwei Teelöffeln kleine Portionen vom Teig ab.
- Setzen Sie die Portionen mit etwas Abstand auf das Backblech.
- Drücken Sie jeweils eine ganze Haselnuss leicht in die Mitte.
- Backen Sie die Wespennester etwa 12 bis 15 Minuten.
- Nehmen Sie sie heraus, sobald die Ränder hell goldbraun sind.
Die Teigportionen müssen nicht zu groß sein. Ein gehäufter Teelöffel reicht normalerweise aus. Im Ofen laufen die Plätzchen ein wenig auseinander. Lassen Sie daher zwischen den einzelnen Häufchen ungefähr drei Zentimeter Platz. Wenn der Teig sehr weich wirkt, stellen Sie das gefüllte Blech vor dem Backen noch einmal für zehn Minuten kalt.
Direkt nach dem Backen sind die Wespennester empfindlich. Lassen Sie sie fünf Minuten auf dem Blech liegen. Danach können Sie sie vorsichtig auf ein Kuchengitter setzen. Erst beim vollständigen Auskühlen entwickeln sie ihre richtige Konsistenz. Innen sollen sie mürbe und zart sein, nicht hart oder trocken.
Der richtige Geschmack liegt in den kleinen Details
Omas Rezept lebt nicht nur von den Zutaten, sondern auch von der Vorbereitung. Wenn Sie die gemahlenen Nüsse vorher kurz in einer trockenen Pfanne erwärmen, schmecken sie deutlich kräftiger. Rühren Sie dabei ständig um. Die Nüsse verbrennen schnell. Lassen Sie sie anschließend vollständig abkühlen, bevor sie in den Teig kommen.
Für eine besonders feine Note können Sie die Haselnüsse durch Walnüsse ersetzen. Dann wird der Geschmack etwas herber. Mandeln passen gut, wenn Kinder mitessen oder ein milderes Gebäck gewünscht ist. Auch ein halber Teelöffel Zimt ist möglich. Mehr sollte es nicht sein, sonst überdeckt das Gewürz den Nussgeschmack.
Manche Familien geben einen Esslöffel Kakao in den Teig. Dafür werden etwa 15 g Mehl durch ungesüßtes Kakaopulver ersetzt. Die Schokoladenvariante passt gut in die Adventszeit. Eine andere Möglichkeit ist ein kleiner Schuss Rum oder Rumaroma. Wenn Kinder von den Plätzchen essen, lassen Sie den Alkohol einfach weg.
Typische Fehler und einfache Lösungen
Die häufigste Schwierigkeit ist ein zu weicher Teig. Das passiert, wenn die Butter zu warm war oder das Ei besonders groß ausfällt. Zusätzliches Mehl sollte nur vorsichtig eingearbeitet werden, denn zu viel davon macht die Wespennester trocken. Besser ist es, den Teig länger zu kühlen und beim Formen zügig zu arbeiten.
Wenn die Plätzchen stark verlaufen, war der Teig meist nicht kalt genug. Auch ein noch warmes Backblech kann die Ursache sein. Verwenden Sie immer ein abgekühltes Blech. Werden die Wespennester dagegen zu hart, waren sie vermutlich zu lange im Ofen. Sie dürfen beim Herausnehmen in der Mitte noch etwas weich wirken.
Ein weiterer Fehler ist zu wenig Abstand. Die Häufchen sehen vor dem Backen klein aus, brauchen aber Platz. Backen Sie lieber mehrere kleine Bleche, statt alles auf einmal zu drängen. Der Aufwand lohnt sich. Die einzelnen Plätzchen bräunen dann gleichmäßiger und behalten ihre typische Form.
Aufbewahrung und Servieren wie bei Oma
Nach dem Auskühlen kommen die Wespennester in eine gut schließende Blechdose. Legen Sie zwischen die Schichten ein Stück Backpapier. So kleben die Plätzchen nicht zusammen. An einem kühlen, trockenen Ort bleiben sie etwa zwei bis drei Wochen frisch. Im Kühlschrank müssen sie normalerweise nicht aufbewahrt werden.
Nach einigen Tagen wird der Geschmack sogar runder. Die Nüsse verbinden sich dann besser mit der Vanille und der Butter. Wenn die Plätzchen zu weich werden, liegt das meist an Feuchtigkeit in der Dose. Lassen Sie den Deckel eine Weile geöffnet und geben Sie später ein neues Stück Backpapier dazu.
Servieren Sie die Wespennester zu Kaffee, Tee oder heißer Schokolade. Auf einem gemischten Weihnachtsteller machen sie sich besonders gut neben Vanillekipferln und einfachen Butterplätzchen. Für Besuch können Sie die Spitzen zusätzlich mit etwas Puderzucker bestäuben. Das ist nicht nötig, sieht aber hübsch aus.
Das Schöne an diesem alten Rezept ist seine unkomplizierte Art. Der Teig verzeiht kleine Abweichungen, und die unregelmäßige Form gehört zum Charakter. Nehmen Sie sich Zeit für die Kühlung und achten Sie auf die Backfarbe. Dann bekommen Sie aromatische Wespennester, die außen zart knuspern und innen angenehm mürbe bleiben.
